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Vom Färben und Tönen

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Wann gibt die Farbe den Ton an? Wir gehen zum Friseur oder zu einem Fachgeschäft und wollen unsere Haarfarbe verändern. Schnell taucht nun die Frage auf: Lieber färben oder lieber tönen?…

Wann gibt die Farbe den Ton an?

Wir gehen zum Friseur oder zu einem Fachgeschäft und wollen unsere Haarfarbe verändern. Schnell taucht nun die Frage auf: Lieber färben oder lieber tönen?
Die wenigsten Frauen wissen wirklich, was sich hinter diesen Begriffen verbirgt und was die Unterschiede und Wirkungsweisen sind. Dies führt häufig zu falschen Vorstellungen und Erwartungen und das wiederum führt in der Regel dazu, dass sie auf das eine oder andere Produkt bestehen, obwohl es nicht das Richtige für sie ist.

Was ist denn nun der Unterschied?

Und wann ist welche Methode für mich sinnvoll? Damit euch die Entscheidung in Zukunft leichter fällt, was für euch richtig ist, hier zuerst die wichtigsten Fakten zum Thema Tönung:

Im Laufe der Zeit ist mir in Beratungsgesprächen mit Kunden aufgefallen, dass vor allem, wenn es ums Thema Tönung geht, viele Halbwahrheiten und ungenaue bis falsche Vorstellungen grassieren. Die Tönung ist, wie der Begriff schon sagt, eine Art von „Coloration“, die auf die Haare gelegt wird und damit nur eine kurze Einwirkzeit benötigt. Sie setzt sich oberflächlich fest und wäscht sich einfach wieder aus – in aller Regel nach ca. 1-4 Wochen, bei sehr aufnahmefähigen Haaren kann es auch 6-8 Wochen dauern.

Die Farbpigmente einer Tönung waschen sich also komplett wieder raus, können unter Umständen aber auch nur eine Woche halten. Vor allem aber kann eine Tönung keine weißen Haare abdecken und naturbelassene Haare, bei denen die Schuppenschicht noch intakt ist, auch nicht gut greifen. Stellt euch den Vorgang vor, wie das Tönen einer Glasscheibe: die Folie wird darauf geklebt und kann wieder abgezogen werden. Je glatter die Glasoberfläche ist, desto schlechter kann eine getönte Folie haften und desto leichter kann sie sich durch Luft- und Feuchtigkeitseinflüsse lösen oder verrutschen.

Das ist das, was sich die meisten Menschen unter dem Begriff Tönung vorstellen und diese Art der Tönung gibt es auch wirklich. Nur leider entsprechen die Colorations-Produkte und Anwendungen, die unter dem Namen „Tönung“ verkauft werden, dem so gut wie nie. Die dafür benötigte auswaschbare und unschädliche Farbe ist eine nicht-oxidierende Farbe (d.h. eine Farbe, die nicht mit Sauerstoff reagiert) und die gibt es nur von wenigen Firmen in Form von Schaum, Tonspülung (konzentriertes, pigmentiertes Wasser), Kuren mit Pigmenten oder einfach eine cremige Farbflüssigkeit.

Wichtig ist hierbei darauf zu achten, dass die Farbe nicht durch eine chemische Reaktion auf die Haare gebracht wird. Dies erkennt man daran, dass keine zwei Komponenten zusammen gemixt werden müssen und die Farbe nicht geschlossen gehalten werden muss, damit sie nicht von alleine und zu früh mit dem Sauerstoff in der Luft reagiert und dann bei der Anwendung nicht mehr funktioniert. Präparate wie Blondsprays zum Beispiel, müssen immer verschlossen bleiben und dürfen nur für die Dauer der Anwendung geöffnet werden. Diese Produkte sind hoch toxisch und haben in der Rubrik „Tönung“ nichts verloren. (Mehr dazu könnt ihr bald in meinem Blogpost zum Thema Aufheller-Spray lesen).

Die Annahme, dass Tönungen pflegend und unschädlich seien, stimmt bei diesen nicht-oxidierenden Farben wirklich. Die meisten Tönungen bestehen in der Tat nur aus Farbpigmenten, angereichert mit einer Reihe sehr reichhaltiger Pflegestoffe und vor allem sehr wirksam pflegender Öle wie Jojobaöl, Sesamöl und vieles mehr. Diese Komponenten sorgen für mehr Glanz, eine frische Farbe und sie reparieren, d.h. sie verschließen die Schuppenschicht der Haare.

Laut vieler Hersteller gelten diese Wirkungen auch bei extrem geschädigten, wie z.B. blondierten Haaren, in denen bereits Metalle aus dem Wasser einen Grünstich hervorgerufen haben. Aus meiner Praxis und Erfahrung kann ich das nicht bestätigen. Hier gilt meiner Ansicht nach die einfache Regel: Haare mit besonderen Bedürfnissen brauchen eine besondere Behandlung, d.h. eine individuell abgestimmte Farb- und Pflegeanleitung vom Fachmann, um ungewollte Unfälle auf dem Kopf zu vermeiden. Somit hängen Deckkraft und Haltbarkeit vom Gesundheitszustand der Haare ab. ACHTUNG: Das gilt NICHT für die Farben aus der Drogerie! Diese werden mit teilweise stark gesundheitsschädlichen, teilweise giftigen Zusätzen vermengt, damit die Deckkraft immer garantiert ist! Also, FINGER WEG!).

Nun nutzen viele Hersteller den verbreiteten „Rundum-sorglos-Begriff“ Tönung häufig auch für Produkte, die nichts mehr mit der eigentlichen Tönung zu tun haben. Sie tun das, indem sie das schöne Wörtchen „Intensiv“ davor setzen. Meiner Meinung nach ist die Bezeichnung „Intensivtönung“ sehr irreführend, da diese Mittel eher eine abgeschwächte Form von Farbe darstellen und dem Kunden durch den Namen ein falsches Bild vermittelt wird.

Genau wie Farbe, wird eine Intensivtönung aus zwei Komponenten zusammen gemischt – den Farbpigmenten und dem Oxidationsmittel. Der Unterschied zwischen Intensivtönung und Färben besteht lediglich in der meist schwächeren Konzentration des Oxidationsmittels. Da es so viele unterschiedliche Haartypen und -Strukturen gibt, stimmt der Friseur Pigmente und Oxidationsmittel jedes Mal neu mit dem Haar ab, um ein gewünschtes Ergebnis zu erzielen.

Lasst mich euch das an einem anderen Beispiel veranschaulichen: Ja genau! Nehmen wir Stift und Papier! Bleistift, Kugelschreiber, Filzstift und Edding – nicht auf jedem Papier halten die starken Stifte besser! Es gibt Papier, auf dem der Filzstift oder sogar der Edding viel länger trocknen müssen und vielleicht sogar schnell verblassen oder einfach verlaufen. Auf anderem Papier hingegen sind sie unschlagbar.

Vielleicht lehne ich mich weit aus dem Fenster und mache mir so manchen Feind bei Friseuren und Vertretern. Dennoch möchte ich euch mitteilen, zu welchem Schluss ich aufgrund meiner Erfahrungen mit unzähligen Produkten gekommen bin:
Die meisten Firmen (nicht alle!) verkaufen Tuben mit unterschiedlichem Design aber gleichem Inhalt, einmal als Farbe und einmal als Tönung – variiert wird dabei lediglich die Konzentration des Oxidationsmittels. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Unterschiede in den beiden Tuben, WENN ÜBERHAUPT, minimale Veränderungen in der Rezeptur bezüglich des Geruchs, die Farbcremes ansonsten aber identisch sind. Der Grund: höherer Umsatz bei weniger Aufwand. Somit fällt die Entscheidung: Intensivtönung oder Färben zumindest bei einem Gang zum Friseur flach, denn der schaut sich den Zustand der Haare an und entscheidet individuell, wie viel von was nötig und passend ist.

Einen Unterschied macht hier die Firma Kemon, die wir aus genau diesem Grund neu in unser Sortiment aufgenommen haben. Die Kemon Produkte bestehen immer aus denselben Hauptfarben, die dann beliebig als Tönung oder Farbe genutzt werden können, je nach dem, welche Oxidanten hinzugegeben werden, also das gleiche Prinzip, wie ich es bei den anderen Firmen zu erkennen meine. Einzigartig finde ich vor allem die Linie YoGreen, die eine Mischung aus Tönung und Intensivtönung darstellt. Wenn ihr mehr zu Kemon und YoGreen wissen wollt, könnt ihr in meinem kommenden Blog: „Grüne Welle auch beim Haare färben! Geht das?“, weiterlesen.

In Sachen Tönung ist das so ziemlich das wichtigste Grundwissen, das ich euch hier weitergegeben möchte. Ich denke, es ist für einen Leihen wichtig zu wissen, was man will und was wirklich hinter den Begriffen steckt. Mein Rat: Sucht euch einen Friseur, dem ihr vertraut, auch wenn er mal weiter weg ist. Ich habe Kunden, die nur einmal im Jahr kommen, da sie 800km weit weg wohnen. Wir schaffen es aber trotzdem, eine Lösung zu finden, damit sie sich das ganze Jahr über an schönen Haaren erfreuen können. Sucht euch jemanden, dessen Arbeit euch gefällt, dessen Philosophie ihr mögt und der euch ein gutes und sicheres Gefühl gibt. Das ist nämlich der wichtigste Punkt, um mit euren Haaren glücklich zu werden.

Ich hoffe ihr hattet Spaß an eurem Friseurstudium alla #Lartsistas.☺Wie nun, was, wann genau und warum gefärbt, getönt oder auch nicht wird und die wichtigsten Fakten zum Färben und (Erste) Hilfemaßnahmen bei kleineren und größeren Katastrophen lest ihr in meinen nächsten Beiträgen.

Wenn ihr noch Fragen habt oder ihr euch wünscht, dass wir tiefer in ein spezielles Thema einsteigen, bei dem ihr Aufklärungsbedarf habt, dann schreibt es mir in die Kommentare. Wir freuen uns auf ernstgemeinte Kritik und Verbesserungsvorschläge, denn es ist ja noch keiner unserer #Lartistas vom Himmel gefallen.

 

Dieser Artikel wird von lartistas-blog.com geschrieben

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